Steady on Stage

Selbstverurteilung ist die Stimme im Kopf, die uns ständig im Zweifel halten will, im Zweifel über unsere Entscheidungen, Qualitäten und darüber, dass wir liebenswert sind, was auch immer wir tun.

 

Oft stellen wir die Meinung anderer über uns und machen uns klein. Vergleich und Eifersucht halten uns davon ab, wir selbst zu sein in unserem ganz eigenen Ausdruck.Das zeigt sich in unserem Körper und unserer Stimme, in Zurückhaltung und Verspannungen.

 

Beim Singen oder Sprechen geht es für mich nicht um das Produzieren eines „perfekten“ Ergebnisses, sondern darum, den Menschen in seiner eigenen Qualität zu sehen und zu spüren.

Es stellen sich Fragen wie:

  • Was macht mich aus?

  • Welches sind meine mir eigenen Qualitäten?

  • Benutze ich meinen ganzen Körper beim Singen und Sprechen oder bleibe ich im Kopf?

  • Gibt es etwas, dass mich in meinem Ausdruck vielleicht zurückhält?

  • Will ich dem Aussen gefallen um jeden Preis?

  • Kann ich Kontrolle und Perfektionismus loslassen?

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Bei Auditions oder Vorstellungsgesprächen ist der Druck sehr hoch, bestehen zu wollen. Konkurrenz mit anderen steht weit vorne, an sich zweifeln, weil jemand z.B. „komisch“ geguckt hat. 

 

  • Wie kann ich da bei mir bleiben, ohne dicht zu machen und hart zu werden?

  • Wie bleibe ich aber gleichzeitig offen und durchlässig, ohne mein Umfeld zu absorbieren?

 

Und das lässt sich auf jede Situation im Leben übertragen.

Wir alle sind jeden Tag ununterbrochen auf der Bühne, unter Beobachtung, unter Beschuss, exponiert, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind.

Mit all dieser Klarheit  für mich, meinen Körper und meine Stimme kann ich in jede Rolle hinein- und wieder hinaustreten, ohne dass ich das emotionale Leben der Figur mitnehme.

 

Ich kann meine Stimme entsprechend des Charakters anpassen und danach wieder zu meinem Klang zurück kommen. Genial.

 

Das bedeutet auch Acting through Singing:

  • Wie bringe ich Gesang und Rolle zusammen? 

  • Wie finde ich die Stimme meiner Figur?

  • Wie kann ich mich frei machen vom „schön klingen wollen“, also vom „Selbst“, und statt dessen einfach nur meiner Figur dienen?

 

 

 

Jede Stunde hängt immer davon ab, was der oder diejenige braucht und an welchem Punkt  er oder sie im Leben steht.